Mit Verspätung erreichte uns die Nachricht vom Tode von Hinrich Baller, einem der ganz grossen Architekten des vergangenen Jahrhunderts. Er war einer der wenigen in der Architektenwelt, die sich von Beginn des Entwerfens an dem Thema der Integration von Begrünung in Bauwerke widmeten. Aufgrund seiner Distanz und impliziten Kritik an der Moderne war er weitgehend persona non grata in den deutschen fachlichen Medien – anders als in anderen Ländern, so etwa in Japan. Zudem kümmerte er sich absolut nicht um Vernetzung und Publicity.

In den ersten anderthalb Jahrzehnten seines Schaffens kreierte er in seinem Büro in Berlin, das er zusammen mit seiner damaligen Frau Inken Baller betrieb, eine grosse Zahl beeindruckender Gebäude im öffentlichen und privaten Sektor vor allem in Berlin. Als sein Hauptwerk ist die Nuthe-Siedlung in Potsdam zu sehen, die er in den Jahren 1999-2002 entwarf und baute. Dies ist nicht nur ein vorbildlicher städtebaulicher Entwurf auf einem fast unmöglichen Grundstück, sondern auch bebaut mit in einer architektonisch geschaffenen vielfältige Landschaft mit durchgängiger Begrünung und einem Wasserlauf. Die Stiftung Biotope City hat dieses vorbildliche Werk – nota bene im Sozialen Wohnungsbau, schon vor Jahren mit einem ausführlich Artikel von ihm auf der website von Biotope City Journal dokumentiert. Ich habe ihn einige Male an die TU Eindhoven zu Vorträgen eingeladen – spektakulär begann er seine umfassenden Vorträge jeweils durch einen musikalischen Vortrag am Flügel auf der Bühne. Er war auch ein begabter Pianist, der mit Hingabe barocke Tasteninstrumente baute.

https://biotope-city.net/gartenparadies-potsdam-nuthesiedlung/