Die gullies* von Sydney
Versteckte Regenwälder inmitten einer
Milllionenmetropole
Iris Holstein und Mattias Hederer
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| Welcome to Australia! (C-Print 2006) | |
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| Himmel über Sydney (C-Print 2002) - Flieger im Landeanflug (Nordroute) über Newtown | |
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| Landeanflug von Norden, Blick über den Port Jackson (Foto: Jörg Strub) | |
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| Vergleichebare Stadtviertel
aus gleicher Höhe betrachtet: Randwick/Clovelly (Eastern Suburbs) - kleine Häuser, klein parzellierte Freiflächen, kurvige Straßen, Sackgassen, kleinwüchsige Bäume - in der Mitte: der Glebe Gully (Quelle: Google Earth) |
Eimsbüttel (Hamburg) - hohe Häuser, geschlossene Häuserreihen, klare Trennung von Bauten und Freiflächen, keine Sackgassen (Quelle: Google Earth) |
Dieses Durcheinander ist unserer Meinung nach einer von Sydneys großen
Reizen. Wenn man sich durch diese endlose Aneinanderreihung lebendiger Zentren
bewegt, weiß man nie was einen hinter der nächsten Kurve erwartet.
Eine unserer Entdeckungen waren die vielen kleinen Grünflächen, die
im Windschatten dieser "Planlosigkeit" zufällig erhalten geblieben
sind. Einige dieser Flächen, die eine Mischung von Brache und Urwald sind,
haben wir untersucht und dabei eine außergewöhnliche urbane Biotopform
entdeckt: die gullies.
Bronte Gully:
Unser neues Zuhause liegt in Bronte, einem typischen Stadtteil der Eastern
Suburbs. Der Großteil der Häuser sind viktorianische Einfamilienhäuser
vom Beginn des 20 Jh., dazwischen meist 4-stöckige Wohnklötze aus
den Sechzigern. Hier begegnen wir erstmals dem Begriff "gully".
Gemeint ist damit ein deutlicher Einschnitt in die Landschaft, ein Canyon im
Kleinformat der durch Erosion hervorgerufen wurde.
Der Bronte Gully ist ein Musterexemplar für dieses Phänomen. Er ist
etwa 300 Meter lang und seine Oberkante liegt ca. 30 Meter über dem Meeresspiegel.
Bis direkt an die Ränder wurden Häuser gebaut. Am unteren Ende öffnet
sich der gully zu den großen Picknick-Wiesen des Bronte Beach, hier verschwindet
der Bach in einer Betonröhre. Der Bach gleicht einem Rinnsal, doch sobald
es Regnet schießt aus verschiedenen Rohren am oberen Rand des gullies das
Regenwasser aus der Kanalisation in den Lauf. Der Bach wird kurz zum reißenden
Gewässer, um bereits wenige Stunden nach dem Regenfall wieder in den Tröpfelzustand
zurück zufallen.
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| Bachlauf des Bronte Gully im Tröpfelzustand. | |
Bei unserem ersten Besuch des Bronte Gully stellen wir schnell fest, dass
sich die Vegetation an den steilen Seiten des Gullies ungehindert
entwickeln kann. Das Dickicht ist zum Teil kaum zu durchdringen, doch handelt
es sich
um keine "ursprüngliche" Artenzusammensetzung.
An der Nordseite steht eine große Gruppe ausgewilderter Götterbäume
(Ailanthus altissima). Der Rest des Steilhangs wird von einem Dickicht aus
europäischem
Riesenschilf (Arundo donax) dominiert das wiederum von Kapuzienerkresse (Tropaeolum
majus) und Blue Morning Glory (Ipomoea indica) überwuchert wird. Eine
selbst gebaute BMX-Strecke verliert sich als kaum sichtbarer Pfad darin.
Wir sind von der Existenz eines undurchdringlichen "Dschungels" mitten in der Stadt fasziniert und wagen uns hinein. Wir drücken uns zwischen den 4 Meter hohen Gräsern hindurch und stoßen nach gefühlten 200 Metern, wahrscheinlich waren es nur 40m, auf eine Halfpipe. Den Spuren nach zu urteilen ist hier ein regelmäßiger Treffpunkt von einheimischen Jugendlichen. Nach weiteren 20 Metern hört der Pfad bei einem kleinen bewohnten Zelt auf, das schief zwischen die Schilfstangen geklemmt ist. Den Bewohner können wir nicht entdecken. Ein anderer Pfad führt hinunter zum Bach. Hier stehen gepflanzte Korallenbäume (Erythrina), laut einer Tafel sollen diese in naher Zukunft entfernt und gegen heimische Gehölze ersetzt werden. Wir klettern die Südseite hoch um uns um zuschauen. Hier ist es nicht ganz so steil und es schauen Felsen aus dem Boden. Feigenbäume (Ficus) klammern sich hier ins Gestein und darunter wachsen verwilderte Gräser und Bodendecker. Die Vegetation wirkt wie ein vernachlässigter verwunschener Park.
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| Die Halfpipe im Dickicht des Risenschilfs. | |
Glebe Gully / Fred Hollows Reserve:
Während der Bronte Gully schon seit Jahrzehnten als öffentliche
Grünfläche
genutzt wird, blieb der Glebe Gully lange Zeit unbeachtet. Es ist der
letzte offen liegende Bachlauf im Landesinneren der Eastern Suburbs und
liegt einen
guten Kilometer von der Küste entfernt zwischen Clovelly und Randwick.
Der gully ist umschlossen von Einfamilienhäusern an den
Seiten und Häuserblocks
am oberen und unteren Ende. (siehe Luftaufnahme oben) Der Bach kommt
bei ca. 55m über
dem Meeresspiegel aus einem Stahlschott, tröpfelt etwa 10 Meter
die Böschung
hinunter in das Bachbett, verliert auf seinen 350m Länge weitere
10 Höhenmeter
und verschwindet in einem Rohr unter der Alison Road.
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| Regenwasser Zufluss am oberen Ende des Glebe Gullys. | |
Auch diesen gully und
einen Großteil dessen Vegetation rettete
ein glücklicher
Umstand: Die Seiten sind zu steil, um bebaut zu werden. Leider wurde
die Rinne stattdessen Jahrzehnte zum abladen von Müll und Bauschutt
missbraucht. Erst Anfang der Neunziger wurde der Wert des Biotops erkannt.
Es wurde gesäubert
und renaturiert und erhielt den neuen Namen "Fred Hollows Reserve".
Wir entdecken den gully nur zufällig auf dem Stadtplan,
denn er liegt versteckt und ist auch vielen Einheimischen unbekannt.
Drei Tage später
fahren wir hin um ihn uns anzuschauen. Wir sind uns nicht ganz sicher,
ob wir richtig sind,
denn der obere Eingang ist nur ein Trampelpfad zwischen zwei Häuserblöcken
hindurch. Doch gleich nach der ersten Biegung stehen wir an der Oberkante
des hier noch kahlen und frisch aufgeforsteten sully´s.
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| Atemberaubender Blick vom Nordende des Glebe Gullys, ein Blick wie aus einem Reiseführer. | |
Weiter unten, auf Höhe des Bachlaufs, beginnt mit einer Holzbrücke ein Bohlenweg, der im Grün des dichten Waldes im unteren Bereich des gully´s verschwindet. Die steile Böschung ist mit Setzlingen von heimischen Gehölzen bepflanzt, die von Milchkartons geschützt werden. Solche Arbeiten werden von lokalen Freiwilligengruppen durchgeführt, von so genannten "Bush Care Groups".
Uns interessiert vor allem der untere Teil, dort wo
sich eine "ursprüngliche" Vegetation
halten konnte. Wir steigen den Pfad hinunter zum Bach. Kein Mensch ist
zu sehen und die Stadt klingt hier fern. Hin und wieder kann man zwischen
dem Zwitschern
der Mynas, Magpies und Lorees sogar einen Kokaburra lachen hören.
Hier unten ist alles irgendwie viel grüner als sonst in Sydney.
Im Schatten der geschlossenen Baumkronen der Coachtrees (Ceratopetalum
apetalum) wachsen
Farne und Baumfarne (Ferntrees). Als wir auf einer Tafel drauf hingewiesen
werden, dass es sich hier um eine Artengemeinschaft des subtropischen
Regenwalds handelt,
trauen wir unseren Augen nicht. Regenwald und Stadt? In einer für
ihre Trockenheit bekannten Region? Aber eigentlich ist es
ganz einfach zu erklären.
Der größte Teil von Sydney ist eine typische Buschregion.
Sie ist warmen, kräftigen Winden ausgesetzt, hat nährstoff-/humusarme
Böden
und wird von regelmäßigen Buschbränden heimgesucht. Es
wachsen hier vor allem Grevillen und Banksien (Proteaceae) sowie Zylinderputzer
und Eukalypten
(Myrtaceae) - widerstandsfähige, kleinwüchsige Gehölze
mit ledrigen Blättern. Ganz anders ist es unten, in der Enge der gullies.
Es ist hier fast windstill, die Sonneneinstrahlung ist wesentlich geringer
und im
Laufe der
Jahrhunderte
konnte sich sogar eine dünne Humusschicht entwickeln. Die Feuchtigkeit
der Regenfälle bleibt hier unten daher viel länger erhalten
als oben. Die hochwüchsigen und dichten Bäume die hier leben
können, beschatten
das Unterholz und ermöglichen so das Überleben von feuchtigkeitsliebenden
Pflanzen, z.B. die sonst in Sydney seltenen Baumfarne. Eine Oase.
Der Holzbohlenweg führt an einigen Tafeln vorbei, die die Besonderheiten
der Gullyvegetation beschreiben. Nach einer langen Treppe endet der Weg
dort, wo der Bach wieder in seinem Rohr verschwindet. Ein Pfad führt
die letzten Meter leicht bergauf zur höher gelegenen Alison Road,
die den gully an
seinem südlichen Ende begrenzt. Als wir auf die Straße
und in die Sonne treten, befinden wir uns wieder im Sydney des 21 Jahrhunderts.
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| Unteres Ende des gully´s | |
Berrys Creek:
Sydney mit seinen 4,3 Mio Einwohnern ist eine unglaublich weitläufige Stadt.
Seine gut 600 Suburbs erstrecken sich von der Pazifischen Küste im Osten,
bis zu den Ausläufern der Blue Mountains ca. 50 km weiter westlich. Im Norden
bilden die Mündung des Broken Rivers und der Ku-Ring-Gai-Chase-Nationalpark
die Stadtgrenze, während im Süden der Royal Nationalpark liegt. Auch
in dieser Richtung sind es ganze 50 km und diese werden ziemlich genau in der
Mitte vom Port Jackson durch schnitten. Der Port Jakson ist die abgesunkene Mündung
des Paramatta Rivers, eine verzweigte in den Sandstein ein gefressene Bucht.
Zunächst wurde sie fast ausschließlich auf der Südseite besiedelt
und der Norden blieb unterentwickelt. Als 1932 die Sydney Harbour Bridge fertiggestellt
wurde, konnte auch die Nordseite erschlossen werden. Heute wohnen vor allem wohlhabende
Leute in North Sydney, denn hier ist das Stadtgebiet nicht so verdichtet wie
in den frühen Siedlungsgebieten: den Eastern Suburbs und den Vierteln in
Hafennähe. Die Grundstücksgrößen sind im Norden wesentlich
großzügiger und viele der Bachläufe blieben ungestört
oder wurden zu Parks umgebaut.
Für unsere erste Erkundungstour in North Sydney wählen wir
Berrys Creek. Dieser zentrumsnahe gully verläuft nur wenige
Meter von der City Rail Haltestelle Wollstonecraft. Die Station die wir
hier vorfinden
wirkt wie aus einem Reiseführer.
Alles ist ein wenig kleiner als wir es von der Südseite her kennen
und überall
stehen Palmen. Wir fühlen uns wie in einem Vorort, dabei sind wir
nur 3 km Luftlinie von der Oper entfernt. Wir verlassen den Bahnhof und
folgen
einem
befestigten Fußweg.
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| Fußgängerbrücke über Berrys Creek | |
Nach wenigen hundert Metern kommen wir an den östlichen Rand des gully´s. Zu unserem Erstaunen wird dieser von einer etwa 80m langen und 15m hohen Betonfußgängerbrücke überspannt. Die Brücke verbindet den benachbarten Suburb Greenwich mit dem Bahnhof. Seit die Brücke in den Fünfzigern oder Sechzigern gebaut wurde müssen die Bewohner nicht mehr durch den gully laufen. So steigen nur wir die alten Treppen hinunter und begegnen auf unserem Weg durch den 600m langen Einschnitt nur einem einzigen Spaziergänger.Bei unserem Abstieg erleben wir wieder den Wechsel der Vegetation vom typischen Bush zum Regenwald.
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| The treasure is hiding in the dark (C-Print 2007) - das Foto entstand wenige Meter von der Brücke entfernt. | |
Wir werden von einer Gruppe Baumfarnen empfangen und der Bachlauf ist mit Moosen und Farnen bewachsen. Der Bach führt sogar etwas Wasser und fließt einen Lauf mit rund gewaschenen Sandsteinfelsen hinunter. Obwohl das gesamte Gewässer kaum länger als einen Kilometer ist, wirkt es fast wie ein alpiner Gebirgsbach.
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| Baumfarne im Berrys Creek | wilder kurzer Bachlauf | |||
Während wir uns entlang eines gewundenen Pfades bachabwärts bewegen, können wir oberhalb wieder gut die Rückseiten der Gebäude erkennen und wie um jeden Meter nutzbares Land gerungen wurde. Auf Pfahlkonstruktionen hängen die Terrassen der Häuser über der Böschung. Hier unten ist die Stadt wieder ganz weit weg. Ab und zu hört man ein Flugzeug und entfernte Hunde, ansonsten gluckst das Wasser und man hört die Vögel.
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| Pfahlkonstruktion
am Osthang des Berrys Creek |
Pfahlkonstruktion an der Nordostseite des Thomas Hogan Reserve, einer Grünanlage ohne offenen Bachlauf in Bondi (Eastern Suburbs) | |||
Nach der halben Strecke begegnen wir einem Mitglied der lokalen
Bush Care Group. Er ist etwa Mitte 60 und verwundert über unsere
Untersuchungen. Er klärt
uns auf, dass das Entnehmen von Pflanzen hier nicht gestattet sei, tut
dies aber auf Australisch: lächelt uns dabei an und lässt uns
weitermachen. Etwas weiter bachabwärts treffen wir ihn nochmals.
Er weist uns auf Aale im Bach hin, kurz können wir einen verschwinden
sehen.
Am meisten fasziniert uns der Bachlauf selbst, mit seinen vom Wasser
geformten Felsen. Weiter unten hat er sogar eine 4-5 Meter hohe Steilwand
in den
Sandstein hinein gefressen. <Abb. 21> Überall wachsen üppige
Farne und Sumpfpflanzen, sogar ausgewilderte Taro-Pflanzen (Colocasia
esculenta) haben
wir entdeckt. Kurz haben wir das Gefühl eine unberührte Wildnis
vor uns zu haben. Doch kaum treten wir an der Bachmündung aus dem
Dickicht, wird dieses Bild jäh gebrochen. Während sich das
Bachwasser in einem kleinen Mangrovendelta verliert, erblicken wir eine
in der Bucht liegende Verladestelle
für Erdöl.
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| steiler Sandsteinabbruch
kurz vor der Mündung in den Port Jackson |
Mündung des Berrys Creek, links Mangroven, gegenüber eine Verladestelle für Treibstoff | |||
Und da war er wieder, der Kontrast der uns bei gullies so
fasziniert: die unerwartete Nähe von ungestörten Biotopen und
intensiver antropogener Nutzung. Dieses Nebeneinander von Mensch und "Urwald" ist
in Europa kaum bis gar nicht vorhanden. Grünflächen in Großstädten
sind ausschließlich
Parks und Gärten und liegen auf ehemals landwirtschaftlich genutzten
Böden.
Am Stadtrand beginnt die Agrarwüste und Brachflächen werden
bis heute als störend wahrgenommen. Eine Rückgewinnung "ursprünglicher" Biotope
in europäischen
Großstädten scheint unmöglich! Eine Regeneration scheitert
schon an der Frage nach der Definition von "ursprünglichen" Artenzusammensetzungen.
Aber das ist wieder ein anderes Thema und würde hier zu weit führen.
Auf dem Weg nach Hause:
Begeistert vom Fund einer weiteren Perle in Sydneys Stadtlandschaft laufen
wir ein kurzes Stück weiter entlang dem Erdöllager zum Fähranleger
Greenwich. Wir besteigen eine der Sydney Ferries in Richtung Circular Quay
bzw. CBD.
Unsere Fähre durchquert mit uns den Hafen und steuert in ähnlicher
Weise auf die Westseite des CBD zu, wie unser Landeanflug wenige Monate
zuvor. Diesmal aber sehen wir alles aus der Froschperspektive. An uns
ziehen die verwinkelten
Seitenarme der Bucht vorbei, überall liegen die Häuser an den
Hängen
wie ausgeschüttet da, dazwischen kleine Industrieanlagen und immer
wieder kleine Strände und Segelboote.
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| Port Jackson ein verästeltes Gewässer, bei Berrys Creek - links der CBD | |
Dann biegen wir mit Blick
auf die Oper unter der Sydney Harbour Bridge hindurch in die Sydney Cove
ein. Vor uns erheben sich
die Hochhäuser, wo Sträflinge und Soldaten 1788 die neueste
Epoche der australischen Geschichte begannen und wo heute ein unendlicher
Strom Touristen
ein "hübsches" Sydney besuchen. Hochglanz Pubs und Didgeridoo
Folklore hat soviel mit Sydney gemein wie Bayrische Lederhosen mit Berlin.
Doch so etwas fällt gar nicht auf. Die Stadt ist
geprägt von der Buntheit des Alltäglichen, von der überwältigenden
Vielfalt an Kulturen und seiner unüberschaubaren dezentralen Struktur.
In Sydney lohnt es sich gelegentlich in Sackgassen hinein zu laufen oder
einem Pfad hinter eine Häuserzeile zu folgen. Man weiß nie was
man dort findet.
Januar 2009
* gully - englischer Ausdruck für eine durch Erosion entstandene
Rinne die jedoch kleiner als eine Schlucht oder Canyon ist.
Texte und Bilder entstanden als Teil des Expeditions-Projekts Paradise is over the ocean 2006/2007; weitere Infos und Tipps für Stadtwanderungen in Sydney gerne per Mail: maz[at]pong.li - © Text und Bilder Iris-A-Maz (ausser: Abb3 © Jörg
Strub; Abb6 © AeroWest/Google; Abb7 © MapData Sciences PtyLtd
/ Sinclair Knight Merz / Google)