ATELIER LE BALTO

Es ist unklar, wo man sie einordnen soll. Trotz solchen Studiums kann man sie nicht einfach als Architekten oder Landschaftsarchitekten rubrizieren. Man könnte sie am ehesten als Künstler bezeichen, deren erstes und hauptsächliches Material lebendiges Grün ist, aber die inzwischen auch Musik und Bewegung in ihre Werke eingebaut haben. Künstler, deren Gestaltungen Umgebung verändert, eine Interaktion oft mit verwahrlosten, vergessenen, ja hässlichen Orten eingeht und aus ihnen, einem verpuppten Schmetterling gleich zu einem Wunderwerk an Poesie hervorzaubert. "Das atelier le balto verändert und bereichert mit geringfügigen Eingriffen den Blick auf Orte und integriert Umgebungen: Aus der Substanz und Charakteristik eines Ortes, aus seiner jeweiligen Qualität entwickelt das atelier scheinbar mühelos eine Idee," schrieb Anna Schetelich von der Galerie Oona schon vor Jahren. Und inzwischen ist eine reiche Palette an Instrumenten hinzugekommen. Das erste Projekt, mit dem atelier lebalto international auf sich aufmerksam machte, wird wohl den meisten noch in Erinnerung sein: sie verwandelten einen engen Berliner Hinterhof mit einer einfachen vertikalen Grünexplosion in eine Naturinsel. Hopfen an langen Bohnenstangen, nicht mehr. 

Es kamen weitere Verzauberungen enger oder vernachlässigter Räume in Berlin, Paris und anderswo hinzu. Und Gärten als Ausstellung - so im Palais de Tokyo in Paris 2001. Seither jagen sich die Ausstellungen und Auftritte in Konferenzen. 2010 erschien eine Publkation ihrer Arbeiten, "Les pieds sur terre" in der Verlagsbuchhandlung Walther König.

Ganz bescheiden sagten sie über sich selbst: Ausgebildet als Landschaftsarchitekten, Architekt und Stadtplanerin, beschäftigen wir uns im Wesentlichen mit der Gestaltung öffentlicher oder halböffentlicher Räume, um ihnen einen höheren Wert zu verleihen. Wir gestalten zum überwiegenden Teil Gärten oder, anders gesagt, Orte der Begegnung und des Austauschs. Das ist tiefstgestapelt: Ich als Aussenstehende kann es deutlich aussprechen: atelier lebalto ist eine der international wichtigsten Gruppen auf dem Weg zu einer neuen Ästhetik des Urbanen. Bravo!

Marc Pouzol, Landschaftsarchitekt
Véronique Faucheur, Stadtplanerin
Laurent Dugua, Architekt
Marc Vatinel, Landschaftsarchitekt

www.lebalto-leblog.eu

...und alle kommen sie aus La douce France...

Marc Pouzol (1966),   Landschaftsarchitekt (Studium an der Ecole Nationale Supérieure du Paysage - ENSP in Versailles,
Laurent Dugua (1967), Architekt (Studium an der Ecole d’Architecture Paris-la-Seine, UP9,
Véronique Faucheur (1963), Stadtplanerin (Studium am Institut Français d'Urbanisme, IFU Paris-8) mit Aufbaustudium im Jardins et paysages historiques, Marc Vatinel (1967), Landschaftsarchitekt (Studium an der Ecole Nationale Supérieure du Paysage - ENSP in Versailles)