CHECKLISTE FÜR NATURFREUNDLICHE MASSNAHMEN BEIM BAUEN IN DER STADT

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Seit Beginn dieses Jahrhunderts wohnt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten. In den Niederlanden ist das schon sehr viel länger der Fall. Nur noch 5% der Bevölkerung wohnt auf dem Lande.

Die Art und Weise, in der Menschen die Landschaft gestalten, hat direkt Effekt auf das Vorkommen von Pflanzen und Tieren. Das gilt auch für das städtische Gebiet. Für manche Vögel ist die Stadt selbst der wichtigste Lebensraum, so für die Mauersegler und die Spatzen. Die Stadt ist keine statische Landschaft, es herrscht da eine grosse Dynamik. Durch Renovierung, Abbruch, Neubau und Stadterweiterung passen wir die Stadt ständig an an die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Zeit. Mit diesen Veränderungen verändert damit auch der Lebensraum von vielen Tieren. Manchmal zugunsten einer Sorte, gegenwärtig aber meist nicht zum Vorteil von typischen Stadtbewohnern. Das bekannteste Beispiel ist wohl der Spatz. Früher war der Spatz der allgemeinste Vogel der Niederlande, seit 2004 steht diese Sorte sogar auf der Roten Liste bedrohter Brutvögel.

Um eine Tiersorte effektiv zu schützen muss man die wichtigsten Populationen beschützen. Für Tiere, deren wichtigster Lebensraum die Stadt ist, muss der Schutz, will er effektiv sein, innerhalb der Grenzen der Stadt stattfinden. Die Stadt ist aber gebaut für Menschen und nicht für Tiere. Dennoch sind gegenwärtig zahlreiche gute Schutzmassnahmen für Sorten innerhalb der Bebauung möglich, ohne Konzessionen zu machen an den Wohnkomfort der menschlichen Benutzer der Stadt.

Aber Städte werden nicht durch Naturschützer gebaut, sondern durch Bauunternehmer und Projektentwickler mit im allgemeinen wenig spezialistischer ökologischer Kenntnis. “Vogelbescherming Nederland”, die niederländische Vereinigung zum Vogelschutz, hat zusammen mit BAM, dem größten Bauunternehmer der Niederlande, eine einzigartige Checkliste entwickelt. Hiermit kann jede Bauunternehmung sein Projekt und die direkte Umgebung naturfreundlicher machen. Mittels Antworten auf eine Reihe von ja/nein-Fragen können einfache Massnahmen angewendet werden, die gut sind für Tiere und besonders für Vögel.

Diese Checkliste ist für jedermann gratis von der Website der “Vogelbescherming Nederland” down zu laden. BIOTOPE CITY hat eine Übersetzung dieser Liste gemacht, die hier down zu laden ist.

Ab 1. Januar bringt in den Niederlanden die Anwendung dieser Checkliste sogar einen Steuervorteil für Bauunternehmer. Die Massnahmen fallen dann unter eine Subventionsregel, mit der der Staat nachhaltiges Bauen stimuliert. Nichts steht nun mehr dem vogelfreundlichen Bauen in den Niederlanden im Wege.