BLATTGRÜN EFFIZIENT+KOSTENGÜNSTIG IM KAMPF GEGEN KLIMAWANDEL

 

Grün ist in. Innerhalb weniger Jahre hat sich bei Bürgern in ganz Europa und Nordamerika eine grosse Begeisterung für das urbane Grün breit gemacht. Überall entstehen Bürgerinitiativen, die Gärten und Gärtchen anlegen, wo immer es geht in der dichten Stadt: auf öffentlichen Restflächen, unbebauten Grundstücken, entlang von Hausfassaden, in Hinterhöfen – oft in gemeinsamer nachbarschaftlicher Initiative. In Paris etwa sind die 'Jardins Partagés', Gartennutzung auf innerstädtischen Restflächen, ein durchschlaggebender Erfolg: es gibt lange Wartelisten von Bürgern, die sich mit anderen an einem solchen städtischen Gemeinschaftsgarten beteiligen wollen. Die totgeglaubte Kleingartenbewegung erlebt ein stürmisches Revival – sie werden intensiv genutzt, auch hier gibt es Wartelisten.

Eine Studie der ETH Zürich von 2009 ergab, dass unter den befragten Bürgern 92% eine grüne Umgebung als das wichtigste Kriterium für die Wahl ihres Wohnorts  nennen. Das ist hocherfreulich. Denn das urbane Grün hat eine Vielzahl von positiven Effekten. Die französische Umweltsoziologin und Ökologin Sandrine Manusset hat sie untersucht und aufgezählt: sie kam auf 21. Sie liegen auf ganz unterschiedlichen Gebieten, von der Gesundheitspolitik über Sozialpolitik und Ausländer-Integration bis hin zu Wirtschaft, Umweltpolitik und Klimastrategien.  Und das macht die Sache geradezu aufregend: ganz offensichtlich können urbane Begrünungsstrategien mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen – und müssen Bürger zudem nicht extra motiviert werden. 

21 wissenschaftliche Argumente für Grün in städtischen Gebieten

basierend auf Arbeiten der Umweltsoziologin und Ökologin Sandrine Manusset, Environnement et Société, Cabinet d'Ecologie Humaine

 

Physische Gesundheit
Verbesserungen:
- Gesundheit der Bevölkerung insgesamt
- physische Aktivitäten (zu Fuss oder Fahrrad)
- soziale Gesundheitsungleichkeiten
Verminderungen:
- Zirkulationskrankheiten
- Sterblichkeitsrate bei unterprivilegierten Bevölkerung
Psychische Gesundheit
Verbesserungen:
- Wohlstand
- Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit
Verminderung:
- Niveau von Angst u Stress
- Depression und Selbstmord
Sozial Aspekte
Verbesserungen:
- soziale Dynamik
- Gefühl der sozio-kulturellen  Zugehörigkeit
- Gefühl der Sicherheit
- Sozialer Zusammenhalt
Verminderung:
– Häusliche Gewalt
Oekonomie
Verbesserungen:
– Wertsteigerung von Immobilien
– Qualität des Lebensraums
– Attraktivität der Liegenschaften
Verminderung:
– keine
Ökologie
Verbesserungen:
– Kampf gegen die Klimaerwärmung
– Erziehung zur Biodiversität
Verminderung:
– Luftverunreinigung
– lokale Temperaturen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Städte sind hochgradig komplexe Formationen. Ihre Probleme sind das ebenso. Und wie das bei solch komplexen Gebilden der Fall ist, erfassen die effizientesten Lösungsstrategien immer eine ganze Reihe von Problemen gleichzeitig.

Nun ist es aber so, dass die öffentliche Aufmerksamkeit, die Medien, die Politik – und in grossen und ganzen selbst unser Gehirn – ziemlich 'mono' strukturiert sind. Die meiste Aufmerksamkeit und Unterstützung in Medien und Politik erhält jene Maßnahme, die auf ein einziges Problem abzielt und dafür eine Lösung anbieten. Ein einziges Mittel - und dann ist die Sache bewältigt: wir wünschen uns eben eine einfach strukturiere Welt (wie verständlich!) und sind bei komplexen, vielschichtigen Zusammenhängen schnell irritiert.

Indes ist ja in Wirklichkeit jene Methode gesellschaftspolitisch wie wirtschaftlich am effizientesten, die Antworten auf mehrere Probleme gleichzeitig bietet, deren Lösungen sich dann wechselseitig verstärken.

So ist das auch bei dem komplexen Problem des Klimawandels und CO2-Ausstosses.
Wir werden hintereinander mit einfachen Heilmitteln bombardiert,  mal ist es der Ersatz aller Glühlampen in den Haushalten durch Sparlampen und LED-Lampen, mal ist es die Verdammung der Bezinautos zugunsten von Elektroautos, dann wieder kommt Gebäudeisolierung, eine grosse Kampagne... alles natürlich sinnvolle Massnahmen, aber mono-strukturiert, abzielend auf den Bürger als individuellen Konsumenten – und nicht frei von Nebenwirkungen: LED-Birnen können selbst zur Erhöhung des Energieverbrauchs beitragen, da sie dazu verführen, sie vermehrt einzusetzen; Elektroautos werden meist durch fossile Energieträger angetrieben und als Zweitwagen eingesetzt, die Isolierung von Gebäuden geschieht in der Regel durch in ihrer Herstellung energieintensive Dämmstoffe u.s.w.

             

Die Begrünung der Städte ist von einem anderen Kaliber. Sie behandelt erfolgreich gleich ein ganzes Bündel von Problemen: sie trägt en passant effizient und ohne hohe Kosten zur Senkung der Hitze in der Stadt und zur Verminderung des CO2-Ausstosses bei, zudem absorbiert Blattgrün Feinstaub in relevantem Ausmass und – last not least muss man nicht erst mühsam um Akzeptanz werden. Oft sind Bürgerinitiativen schon aktiv, bevor eine Verwaltung, eine politische Instanz überhaupt auf die Idee kommt, etwas initiieren zu wollen. Bürgern treten an ihre Behörden und Gemeinderäte heran und fordern Ermöglichung oder Unterstützung – meist garnicht mit der Absicht, etwas gegen den Klimawandel, den CO2-Ausstoss oder andere Umweltaspekte zu tun. Sie haben's ganz direkt mit dem Grün, der Sehnsucht nach Natur auch in der Stadt, dem Bedürfnis, Bäume und Pflanzen, Blumen oder selbstgezogenes Gemüse in ihrer direkten Nähe zu haben.

Städte leiden ja nicht nur am Klimawandel, sie sind gleichzeitig und oft viel akuter mit zahlreichen anderen Problemen überlastet: Immigration, Armut, Gewalt, überall gibt es den Bedarf von Eingriffen der öffentlichen Hand. Dabei sind die Kassen leer und das eine Problem sollte nicht auf Kosten des andern gelöst werden..
Was also tun? Was zuerst? Was ist vorrangig?

DIE grüne KÜHLUNG

Bernhard Scharf, Ulrike Pitha, Vera Enzi, Universität für Bodenkultur Wien 

Untersuchungen an der Universität für Bodenkultur in Wien haben gezeigt, dass die Kühlleistung von Pflanzen perfekt mit der Lufttemperatur zusammenspielt. D.h., Pflanzen kühlen am stärksten, wenn wir es am Dringendsten brauchen – in Hitzeperioden.
Eine Grünwand in Wien mit rund 850m2 Fläche erbringt an einem heißen Sommertag in etwa die Kühlleistung von 75 Klimageräten mit 3000 Watt Leistung und acht Stunden Betriebsdauer.

Oberflächlichkeiten mit tief greifenden Folgen:
Trifft Sonnenlicht oder genauer Globalstrahlung auf eine Oberfläche, kommt es zu verschiedenen Prozessen. Zunächst kann die Globalstrahlung (Albedo) reflektiert werden. Welcher Anteil der eintreffenden Globalstrahlung in die Atmosphäre zurückgeworfen wird, hängt dabei vor allem von der Farbe der Oberfläche ab. Während weiße Materialien einen sehr hohen Reflexionsgrad aufweisen, absorbieren schwarze Körper den überwiegenden Teil der auf sie treffenden kurzwelligen Strahlung.
Der nicht reflektierte Teil der Globalstrahlung wird in langwellige Strahlung umgewandelt. Diese kann je nach Materialeigenschaften und Aufbau von Gebäudehüllen einerseits in den Körper eindringen und andererseits an den umliegenden Raum abgegeben werden. Wärmedämmungen führen dazu, dass der überwiegende Teil der Energie abgestrahlt  wird. Diese als sensible Wärme bezeichnete Strahlung hängt direkt mit der Temperatur der emittierenden Oberfläche zusammen. Die sog. Strahlungstemperatur der Oberfläche kann z.B. mit Hilfe der bekannten Thermographieaufnahmen gemessen und dargestellt werden. Je höher die Temperatur einer Oberfläche, desto mehr sensible Wärme wird an die Umgebung abgegeben.
Hohe sensible Wärmeabgabe führt beim Menschen zu Unbehagen, Stress und kann Kreislaufbeschwerden auslösen. Instinktiv meiden Menschen daher unbehagliche Bereiche und wechseln beispielsweise im Hochsommer auf die „schattige Straßenseite“.
In städtischem Kontext führen die Eigenschaften der Gebäude auf Grund der beschriebenen Prozesse zur Überhitzung bei Hitzewellen, den sog. Urban Heat Islands. Betroffen von diesem Phänomen sind vor allem dicht verbaute, stark versiegelte Stadtteile mit geringem Grünanteil.
Grün wirkt intelligent
Im Gegensatz zu „gewöhnlichen“ urbanen Oberflächen reagieren Pflanzen auf die vorherrschenden Witterungsverhältnisse. Trifft auf eine Pflanze Sonnenstrahlung, beginnt sie mit der Photosynthese. Um diese betreiben zu können, muss sie einen Gasaustausch durchführen. Sie nimmt CO2 auf und gibt Sauerstoff ab - aber nicht nur: Pflanzen transpirieren, das in der Pflanze vorhandene Wasser verdunstet und wird an die Umgebung abgegeben.

Dies hat drei positive Folgen für das urbane Mikroklima:
- Zunächst ist Energie erforderlich, um Wasser von der flüssigen in die gasförmige Phase zu überführen. Diese Energie wird der Umgebung entzogen und kühlt diese dabei ab. Jeder kennt den Effekt der Verdunstungskälte, der dazu führt, dass uns nach dem Baden im Sommer plötzlich fröstelt.
- Die Pflanze kühlt aber auch sich selbst. Ihre Strahlungstemperatur liegt stets im Bereich der Lufttemperatur und verursacht folglich nur geringe zusätzliche sensible Wärmeströme. Dies trägt zu unserem Wohlbefinden bei.
- Die dritte Folge der Transpiration von Pflanzen ist eine Erhöhung der Luftfeuchte. Dies führt ebenfalls zu einer gesteigerten Behaglichkeit.   

 

 

 

 

 

Die komplexe Strategie der Begrünung schlägt nun mehrere Fliegen mit einer Klappe – und trägt en passant sehr effizient und ohne hohe Kosten zur Senkung der Hitze in der Stadt und zur Reduzierung des CO2 Ausstosses bei – zudem absorbiert Blattgrün Feinstaub in relevantem Ausmaß und verzögert den Wasserabfluss bei den immer häufiger auftretenden Sturzregen.

Diese Vorzüge waren Anlass für die Stadt Paris, eine breit angelegte Begrünungsstrategie zu entwickeln. Die Hitzewelle vom August 2003 hatte in der Stadt eine Erhöhung der Sterbefälle um 190% zur Folge gehabt. Das hatte zu einem Schock bei Politik und Öffentlichkeit geführt. Zudem wies das Stadtgebiet eine viel zu hohe Feinstaubbelastung auf, die Schritt für Schritt an die von der EU festgelegten (obendrein strenger werdenden) Grenzwerte herangeführt werden musste (s. AirParif - Surveillance le la qualité de l'Air en Ile-de-France, Paris 2008:  “Synthese des connaissances sur les particules en suspension dans l’air et des travaux d’airparif sur ces polluants”). Die Pariser Magistratsabteilungen haben seither einen Fächer von Maßnahmen zur Vergrößerung der städtischen Blattgrünmasse entwickelt und realisiert. Begleitet werden diese von Strategien, Bürger fürs Mitmachen zu begeistern: temporäre Gärten vor dem Rathaus, dazu Ausstellungen über Planungen und Realisierungen neuer Gärten und Parks in Paris, Stadtwanderungen, Vorträge und Broschüren. Dazu gibt es ausführliche Hinweise auf der Website der Stadt. Zeitweilig bot eine Stelle im Magistrat Unterstützung bei der Anlage und Pflege von Vertikalbegrünung, es gibt eine Stelle, die städtische Restflächen für Gemeinschaftsgärten vergibt. Last not least, einzigartig in der Planer-Fachwelt: es wurde eine neue Kategorie im Bebauungsplan eingeführt: vertikales Grün.

Die Pariser Begrünungsstrategie  ist mittlerweile durch zahlreiche Forschungsergebnisse aus verschiedenen Ländern unterbaut worden. Die jüngste und umfassendste Untersuchung ist vom Bonner Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Auftrag gegeben worden und wurde von einer  Forschungsgruppe der TU Darmstadt und der TU Braunschweig durchgeführt. Sie ist ab Februar 2014 in Buchform erhältlich, kann jedoch auch gratis downgeloaedet werden. Ihr Titel „Gebäude Begrünung Energie. Potenziale und Wechselwirkungen“ ist Programm. Umfassend wird dargestellt, was es mit Gebäudebegrünung und ihrer Wirkung auf das Klima auf sich hat und – nota bene- welche Maßnahmen welche Pflege erfordern und welche Kosten verursachen.

Nicole Pfoser e.a 
Gebäude Begrünung Energie. Potenziale und Wechselwirkungen.
Interdisziplinärer Leitfaden als Planungshilfe zur Nutzung energetischer, klimatischer und gestalterischer Potenziale sowie zu den Wechselwirkungen von Gebäude, Bauwerksbegrünung und Gebäudeumfeld. Abschlussbericht. Beauftragt durch BBR. 

Downloaden unter http://www.baufachinformation.de/literatur.jsp?bu=2013109006683

darin S. 146:
"Auf ihre unterstützende Wirkung zur
Deckung der verschiedenen Bedarfe
(Wärme, Kälte, Frischluft, Licht, Wasser,
Strom) bezogen besitzt die Gebäudebe-
grünung das größere Potenzial in der
Gebäudekühlung. Die Begrünung kann
hier im hohen Maße unterstützend wir-
ken, indem sie Sonnenschutzfunktionen
übernimmt oder über Verdunstungs-
kühlung Bauteile bzw. Zuluftströmungen
kühlt.
Auch in anderen Teilbereichen der
Bedarfsdeckung kann die Gebäudebe-
grünung unterstützend wirken.

Allgemein hilft eine intakte Begrünung,
extreme Temperaturschwankungen
und damit Oberflächentemperaturen
zu reduzieren, Bauteile zu schonen und
Lebensdauern zu verlängern. Synergien
der Regenwassernutzung können für
Begrünungen und Kühlungsprozesse
gleichermaßen genutzt werden. Über
Ab- und Adsorption atmosphärischer
Spurenstoffe kann die Pflanze Luftver-
bessernd wirken. Die hausnahe
Luftfeuchtigkeit wird erhöht."

Insgesamt schlußfolgern Pfoser e.a. “ein enormes Energieeinsparungspotential” durch Begrünung. 
Das kostet auf Dauer selbst weniger als wenn man die Begrünung unterlässt: Die Studie wägt in einer detaillierten Kostenrechnung über die Gesamtlebensdauer eines Gebäude den zusätzlichen Kostenaufwand der Begrünung (Anfangsinvestition des Gebäudes incl. Begrünung plus normale Instandhaltung plus jährliche Grünpflege) ab gegenüber den gesamten Investitons- und Instandhaltungskosten ohne Begrünungsmassnahmen. Ergebnis: das Grün rechnet sich eindeutig – und dabei sind dann noch nicht einmal die gesellschaftlichen Einsparungseffekte auf dem Gebiet von Gesundheit etc. verdiscontiert.

Pfoser a.a. S 136
"Neben der Abminderung von solarstrah lungs- und materialbedingten Temperaturschwankungen wird zudem die UV-bedingte Materialalterung reduziert und damit die Dachhaut geschützt. So werden je nach Begrünung 40 - 80 % der Sonneneinstrahlung reflektiert und im Blattwerk absorbiert (50 % Absorp- tion, 30 % Reflexion). Wände mit Fassadenbegrünung besitzen zudem eine geringere Wandfeuchte als unbegrünte Wände. Die Schlagregenbelastung bei einer flächig mit Efeu berankten Fassade tendiert gegen Null.

Für viele Bauherren stehen oft nur die Investitionskosten im Vordergrund, während die Nutzungskosten sowie Einsparungen über den Lebenszyklus unberücksichtigt bleiben. Eine Lebens- zyklusbetrachtung schließt hingegen alle Kosten mit ein und kann somit einen nachhaltigen Nutzen einer Bau- maßnahme aufzeigen. Investitionen in Klimaschutz und Energieeinsparungen zeichnen sich in der Regel durch hohe Anfangskosten und einen langfristigen Nutzen aus - so auch die Gebäudebegrünung. Gebäudebegrünungssysteme besitzen meist erhöhte Kosten gegenüber konventionellen Gebäudehüllsystemen. Dass diese nicht immer teurer sein müssen, sondern auch über den Lebenszyklus ökonomische Potenziale bieten, [wird in dieser Studie -Red.] anhand eines extensiven Gründaches [nachgewiesen -Red.]. "

Die Ergebnisse dieser Untersuchung und der ihr bereits vorausgeeilten Praxis in Paris und anderswo lassen hoffen, dass wir mit Begrünung die fatalen Klimaeffekte des Hauptübeltäters Stadt in absehbarer Zeit auf eine Weise reduzieren können, die kostengünstig die Lebensqualität der Stadtbewohner verbessert und ihnen neue urbane Schönheiten schenkt. Unsere Städte könnten also in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mehr und mehr zu grünen Stadtlandschaften mutieren...

Zum Abschluss noch einmal für alle Stadtplaner und Architekten Pfoser e.a. mit einem Aufruf gegen Versiegelung:

"Die Gebäudebegrünung bietet in urbanen Räumen ein großes Potenzial zum Feuchterückhalt als Ausgleich von versiegelten Flächen. Im Vergleich zu natürlichen Landschaften bedingen die Ableitung des Niederschlagswassers sowie der hohe Versiegelungsgrad eine erhebliche Verringerung der Verduns- tung. Die Verdunstung von Regenwasser stellt jedoch global die bedeutendste energetische Komponente dar. Neben der Möglichkeit der Kühlung von Gebäuden über die Verdunstung von Wasser  spielt die Regenwasserverdunstung auch eine unmittelbare Rolle zur Vermeidung von Hitzeinseln in Stadträumen. Infolge fehlender Verdunstung, wie in stark versiegelten städtischen Räumen, heizen sich die Städte stärker auf. Statt in Verdunstung von Wasser wird die solare Strahlung in sensible Wärme und lang- wellige Strahlung umgesetzt. Die Versiegelungsgrade sollten daher so gering wie möglich gehalten werden.: (S. 150)